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1993 Mit dem Videofilmen habe ich bereits als Kind Erfahrungen sammeln können durch die Video-8-Kamera meines Vaters, welche ich auch eigenständig benutzen durfte.

1999 Als jugendlicher kaufte ich mir dann meine erste Digitale Videokamera mit MiniDV-Kassette von JVC (GR-DVL-450). Damals dachte ich: na toll, digital und doch auf Band. Auf Grund des damals mageren Speicherplatzes auf Festplatten und den recht teuren MiniDV-Bändern filmte ich nicht viel. Die Nachbearbeitung gestaltete sich an meinem Pentium-III-Rechner auch nicht gerade komfortabel. Apropos Computer: meiner hatte damals standardmäßig noch kein Firewire mit an Bord und so musste ich mir erst eine (sauteure) Firewire-PCI-Karte nachkaufen und einbauen. Ebenso musste ich mir zum Übertragen der Daten auf den PC noch ein Firewire-Kabel kaufen. Ich glaub beides zusammen kostete damals so um die 300 Mark wenn ich mich recht erinnere. Außerdem stürzte ständig mein Videobearbeitungsprogramm ab (damals noch Pinnacle Studio). Auch die Renderzeiten waren enorm. Selbst kurze Filmsequenzen ohne Effekte und Übergänge brauchten teils mehrere Tage um es in ein vernünftiges Format zu bringen. Spaß machte dies nicht besonders.

2003 Zwischenzeitlich verlor ich das Interesse etwas an der Filmerei und machte mich mehr ans Fotografieren. Denn mittlerweile waren Digitalkameras erschwinglich geworden. Mein erster eigener Digitalfoto war eine Kodak CX6230.

2006 Die ersten Festplatten-Camcorder kamen auf den Markt. Nach langem hin und her kaufte ich mir dann erneut eine JVC (GZ-MG60) mit 20 GB interner Festplatte. Sie nahm in MPEG-2 auf mit einer Datenrate von 5500 kBit/s in PAL-DV-Auflösung (720×576).
Von Beginn an merkte ich Einschränkungen wie mangelhafte Aufnahmen bei Dämmerung und in der Nacht, schlechter Ton, starke Kompressionsartefakte bei den Aufnahmen, lange Startzeit (vom Einschalten bis zur Aufnahme vergingen rund 4-5 Sekunden).

2007 Meine Schwester heiratete. Was lag also näher, als dieses besondere Ereignis auf Video festzuhalten? Mein Schwager hatte sich unlängst zuvor auch eine JVC-Cam mit interner Festplatte zugelegt und so hatte ich zwei Stück zur Aufnahme zur Verfügung. Das war mein erstes Multicam-Projekt. Die Kamera von mir stellte ich auf ein Stativ – es sollte die ganze Zeit den Raum um den Altar filmen. Da ich als Trauzeuge in der Zeremonie eingebunden war konnte ich nicht selbst filmen. So gab ich die Kamera von meinem Schwager dem Gatten seiner Cousine in die Hand – als mobile Kamera sollte er die interessante Szenen in Nahaufnahme erfassen. Geschnitten habe ich das ganze damals in Premiere (später als Neuerenderung in Sony Vegas).

2010 Nachdem ich im Winterurlaub (Januar) viel mit meiner Videokamera gefilmt hatte bemerkte ich beim Bearbeiten erneut die schlechte Qualität der Aufnahmen, besonders in Innenräumen bei seichtem Licht. Zudem war eine neue Consumerkamera-Ära angebrochen worden: die HD-Cams. Ich kaufte mir (im Februar) meine erste Sony-HD-Cam (CX 505) welche im 1080i-AVCHD-Format aufnimmt.

2011 Zwei große Familienfeste standen an: eine Taufe und ein runder Geburtstag. Beides Mal sollte ich das Ganze aufnehmen. Während ich auf der Taufe noch mit ’nur‘ einer Cam filmte und es sich als etwas langweilig herausstellte, alles nur von einer Perspektive zu sehen, zog ich es beim Geburtstag vor, mit zwei Geräten aufzuzeichnen. Damals hatte ich zusätzlich nur einen Foto (Sony TX 10) welcher aber im gleichen Format (1080i-AVCHD) aufnimmt. Zwar insgesamt nicht ganz so gut wie meine Sony CX 505 aber immerhin.
Danach beschloss ich, mein Equipment für Multicam-Aufnahmen stark zu erweitern.

In diesem Jahr habe ich das Label „Kreizbiggl Pickaxe Movies“ kreiert.
„Kreizbiggl“ ist schwäbisch und kann mit Spitzhacke übersetzt werden, was auch im Logo schematisch darstellt wird.

2012 Am Universitätsklinikum Tübingen findet eine Feuerwehr-Großübung auf der ehemaligen, zu derzeit leerstehenden, Intensivstation A 5 Nord/Ost statt. Im Einsatz sind rund 300 Helfer. Das ganze wurde auch deshalb initiiert, um die Fähigkeiten der neu gegründeten Löschgruppe Kliniken Berg unter Beweis zu stellen. Mit 15 Videokameras, davon 2 mobile, verfolgte ich das Schauspiel. Die Nachbearbeitung gestaltete sich als schwierig, auf Grund des inhomogenen Geräteparks und den damit vorliegenden unterschiedlichen Videoformate. Zudem stellte sich heraus, dass Sony Vegas zwar prinzipiell die Multicam-Bearbeitung bereitstellt, aber dabei ständig abstürzte. Auch war der Workflow, angesichts der 15 parallel laufenden Filmdateien mit AVCHD-Format, eher schleppend. Trotzdem schaffte ich es, in 4 Tagen das Material zu schneiden und zu brennen.

2013 An der Taufe meines Neffen habe ich zum ersten Mal mit mehr als zwei Kameras in einer Kirche gefilmt. Auch hier war ich in die Zeremonie eingebunden, als Patenonkel.

2015 Filmtechnisches Highlight in diesem Jahr war die Hochzeit eines befreundeten Paares. War ich schon lange zu der Feierlichkeit eingeladen kam die Anfrage, ob ich die Zeremonie filmen könne, erst wenige Tage vorher. Aber da bin ich flexibel – schnell die ganze Ausrüstung auf Vordermann gebracht habe ich mit 6 Kameras in der Kirche und mit 3 Kameras das Fest im Anschluss gefilmt. Zum ersten Mal kam hier auch eine GoPro/ActionCam zum Einsatz.

2016 Frühjahr Meine Nichte hat ihre erste heilige Kommunion. Bisher war es mir ja immer möglich, die Kameras so aufzustellen, wie ich es wollte. Dieses Mal war das aber etwas anders: die Kirche gab vor, nur von der Empore aus zu filmen. Schade, denn dieses Mal hatte ich zwei ActionCams dabei, welche dann nicht zum Einsatz kamen. Zum ersten Mal kam auch meine Funkstrecke zum Einsatz, welche den Ton vom Altar klar und deutlich aufzeichnete. Als Novum zu bezeichnen ist auch die anschließende Publikation der DVDs: so erhielten alle Familien bzw. Kommunionkinder drei DVDs; die Verteilung wurde durch meine ortsansässige Schwester übernommen.

2016 Herbst Der kleine Bruder meiner Freundin entschloss sich, seine Verlobten das Ja-Wort zu geben. Ich bot mich an, die Trauung in der Kirche zu filmen. Die Kirche war für Filmzwecke genial: 3 Emporen, viele Steckdosen und eine für Kirchen üppige Ausleuchtung durch das Oberlicht. 3 Hauptkameras habe ich auf den Emporen verteilt, 1 stand schräg hinter dem Altar. Zudem kamen hier zum ersten Mal meine jüngst erworbenen Gitup Git2-ActionCams zum Einsatz, welche interessante Perspektiven boten. Außerdem konnte ich, da eine Band samt Mischpult vor Ort waren, zum ersten Mal einen glasklaren Ton mit meinem Olympus LS5 abgreifen. So sind die Predigt, wie auch die musikalische Begleitung in beinahe-CD-Qualität zu hören – ohne den lästigen Hall, den es in Kirchen üblicherweise gibt. Die Verbreitung des fertigen Films fand erstmalig via YouTube statt in Form eines nicht-gelisteten Videos in HD.

Natürlich sind im Laufe der Jahre wesentlich mehr Videoaufnahmen entstanden. Die oben genannten Ereignisse stellten eben die Highlights dar bzw. die Meilensteine „meiner“ Filmgeschichte.